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Geschichte der Gemeinde Hofstätten/Raab
Aktuelle Daten
Einwohner: 1.799
Fläche: 15,22 km²
Seehöhe: 358 m
Katastralgemeinden: Hofstätten, Pirching, Wetzawinkel und Wünschendorf.
Eine kurze Zusammenfassung
Die heutige Gemeinde Hofstätten an der Raab entstand 1968 durch Zusammenlegung
der ehemaligen selbständigen Gemeinden Hofstätten, Wetzawinkel und
Wünschendorf-Pirching.
Der linksseitige Terrassenrand des Raabtales im Bereiche der Gemeinde
Hofstätten war schon früh besiedelt. Während der Römerzeit führte hier eine
Straße von Gleisdorf kommend in südöstliche Richtung. Auf eine ursprünglich
slawische Siedlung deutet der Ortsname Wünschendorf hin, der 1265/67 als
Wunscheydorf überliefert ist. In der selben Quelle werden auch Pirching als
Pyrcharn, Wetzawinkel als Wetzleinswinchel und Hofstätten nach dem Gründer des
Dorfes als Dietrichhofstätten genannt.
Die überlieferung weiß von einer Seuche, die "ungarische Krankheit", zu
berichten, die 1659 in der Pfarre Gleisdorf grassierte und auch in Hofstätten
unzählige Todesopfer forderte. Die Befallenen hatten "spannlange Würmer", die
bis ins Hirn vordrangen und den Tod verursachten. Heute erinnert eine Pestsäule
an diese Epidemie.
Die Landschaft der Gemeinde prägen vor allem auch eine Reihe von Kapellen und
Bildstöcken. Hervorzuheben ist die an der Bundesstraße in Pirchingberg stehende
Hartl-Kapelle, die 1893 an der Stelle eines schon 1646 genannten Kreuzes
errichtet wurde.
Die Haidinger Kapelle in Wetzawinkel wurde 1828 als Dank für die Fertigstellung
des Hofgebäudes des nahen Landwirtes errichtet.
Die Volksschule Wetzawinkel geht auf eine Gemeindeschule zurück, die 1813 in
einem Privathaus errichtet wurde und durch mehrere Jahrzehnte von der
Lehrerfamilie Riedler betreut wurde. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts
besuchten jährlich rund 100 Kinder den Unterricht. Ein erstes eigenes Schulhaus
wurde erst 1886/87 errichtet, dem mehrere Umbauten in den folgenden Jahrzehnten
folgten. 1967 begann die Gemeinde mit dem Bau eines neuen, weitläufig
angelegten Volksschulgebäudes am Pirchingberg. Infolge des während der
Bauarbeiten beschlossenen Schulorganisationsgesetzes, nach dem Schüler nach der
4. Klasse die Hauptschule oder ein Gymnasium besuchen sollten, erwies sich die
geplante Schule als zu groß, so dass die Gemeinde den Rohbau dem Land
Steiermark zur Errichtung einer landwirtschaftlichen Fachschule überließ.
Gleichzeitig begann 1970 die Planung und die Realisierung einer völlig neuen
Volksschule am alten Standort, die Anfang 1972 ihrer Bestimmung übergeben und
1992/93 saniert und ausgebaut wurde. Zum Schulsprengel gehören heute Teile der
Gemeinden Hofstätten und Nitscha. In den letzten Jahren etablierte sich die
Volksschule Wetzawinkel zu einem kulturellen Zentrum ihres Einzugsgebietes.
Die Freiwillige Feuerwehr Hofstätten wurde im Jahre 1949 gegründet und im
darauffolgenden Jahr ein Rüsthaus errichtet, das 1951 seiner Bestimmung
übergeben werden konnte. Nach einem Zubau im Jahe 1980 wurde das Rüsthaus
letztmals 1994 ausgebaut.
Das heutige Gemeindeamt Hofstätten wurde Ende 1972 in Wünschendorf eröffnet;
der Gemeindekindergarten konnte im Herbst 1975 in Pirching seiner Bestimmung
übergeben werden.
Die ursprünglich als Volksschule geplante Anlage der heutigen Obstbaufachschule
Gleisdorf am Pirchingberg wurde als Rohbau dem Land Steiermark übergeben, das
hier schließlich eine landwirtschaftliche Fachschule errichtete, die Anfang
Jänner 1972 eröffnet werden konnte. Seit 1980 absolvieren hier die Schüler
neben ihrer schulischen Ausbildung auch eine Praxis auf einem Obstbaubetrieb.
Mit der Errichtung eines eigenen Werkstättengebäudes 1985/86 wurde eine
Prüfstation für Pflanzenschutzgeräte eingerichtet, die von Obst- und Weinbauern
der Region genutzt werden kann. Seit 1997 verfügt die Schule über ein
Beratungslabor zur kreativen Produktentwicklung und Qualitätsverbesserung von
Wein- und Obstprodukten. Für Absolventen der Fachschule wird seit 1994 ein
umfangreiches Seminarangebot angeboten. Neuerdings widmet man sich dem
EU-Ausbildungsprojekt "Bio-Obstbau".
Anfang Dezember 1981 konnte das Teilstück Gleisdorf/West-Gleisdorf/Süd
(Wünschendorf) der Südautobahn seiner Bestimmung übergeben werden, wodurch auch
für Wünschendorf selbst eine merkliche Verkehrsentlastung merkbar wurde. Ein
Jahr später war die Südautobahn bis Obergroßau befahrbar. Nach ersten Planungen
Anfang der 1980er Jahre wurde die Bundesstraße B68 (Feldbacher-Straße) im
Sommer 1994 verlegt. Diese Maßnahme brachte vor allen den Dörfern Pirching und
Hofstätten eine merkliche Entlastung. In Pirching entstand in der Folge ein
Dorfplatz mit Brunnen und einem 1722 anläßlich einer Seuche errichteten
Bildstock. Die Anlage wurde im August 1995 ihrer Bestimmung übergeben.
Besonders augenfällig ist der rasche Zuzug von Betrieben, die die hier in den
1980er Jahren geschaffene, verkehrsmäßig günstig gelegene Industriezone zu
nutzen suchen.
(Nach Dr. Robert Hausmann, Universität Graz - Institut für
Geschichte)
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